Kurzbeschreibung

Problembasiertes Lernen (PBL) ist eine praxisorientierte Lehr-/Lernmethode. Die Lernenden werden mit einem authentischen Problem konfrontiert und erarbeiten in kleineren Gruppen selbstgesteuert Lösungen. Lehrinhalte eines Fachgebiets werden von den Lernenden kollaborativ in einer aktiven Auseinandersetzung mit einem Problem erarbeitet. Sie werden dabei von einer Lehrperson bei diesem Lernprozess unterstützt und erhalten Feedback zu Zwischen- und Endergebnissen. Bei diesem lernendenorientierten Ansatz stehen Lehrende als fachliche Unterstützung bereit, die neben dem Szenario, (Lehr-)Materialien sowie einen Rahmen (z.B.: Arbeitsplan mit Meilensteinen) zur Verfügung stellen.

Die Methode ist anspruchsvoll, bietet aber viele Vorteile für Studierende:

  • Aufbau von Problemlösefähigkeiten
  • Kompetenzaufbau in den Bereichen Wissensorganisation und -dokumentation
  • Verknüpfung von Konzeptwissen und Anwendungswissen

Digitale Tools können die Lernprozesse im Rahmen von PBL unterstützen, beispielsweise bei Feedback-Prozessen, beim Bereitstellen von Materialien oder Kollaboration innerhalb der Teams.

Tools

1.  Aufgabe in TUWEL

Was ist das? Die TUWEL Aktivität Aufgabe ist ein Abgabetool, das für alle Arten von Aufgabenstellungen in unterschiedlichen Abgabeformaten geeignet ist. Diese Aktivität kann sowohl für Einzel- als auch Gruppenaufgaben eingesetzt werden (Achtung: Gruppen müssen vorher in TUWEL angelegt werden!). Die Aufgabe erlaubt das Hinterlegen einer Bewertung und eines Feedbacks für Einzelpersonen und Gruppen. Dieses Tool eignet sich nicht für Peer-Feedback, da jede Person bzw. jede Gruppe nur die individuelle Abgabe inklusive Bewertung und Feedback sieht. In der Aufgabe können auch Vorlagen und Beispiele zur Verfügung gestellt werden. 

  • Demo: Ein exemplarisches Beispiel finden Sie im Kurs TUWEL Einsatzszenarien (für den Zugang sind sowohl TUWEL Login als auch eine einmalige Kurseinschreibung notwendig).
  • Anleitungen: Anleitungen zu den Basis-Einstellungen können Sie in folgender Anleitung aufrufen. Hinweise zu den erweiterten Einstellungsmöglichkeiten finden Sie im TUWEL Tutorials Kurs (für den Zugang sind sowohl TUWEL Login als auch eine einmalige Kurseinschreibung notwendig).
  • Beispielhafter Screenshot:

         

2.  Kollaborationstools - TUWEL Wiki und Tools wie GoogleDocs, Etherpad, Miro und Conceptboard

Was ist das? Beim problembasierten Lernen ist der Austausch in der Gruppe essentiell. Um eine gute Zusammenarbeit im digitalen Raum zu ermöglichen, kommen Kollaborationstools zum Einsatz. Kollaborationstools sind digitale Werkzeuge für die Kommunikation und Zusammenarbeit in Teams. Diese eignen sich insbesondere für Gruppenarbeiten (z.B.: Brainstorming, Zusammentragen von Rechercheergebnissen...). Die Zusammenarbeit kann sowohl synchron als auch asynchron erfolgen und bei Bedarf auch mit einer Videokonferenzsoftware, wie Zoom, kombiniert werden. Dabei kann man zwischen drei Formen unterscheiden: Während bei einem Wiki (TUWEL Aktivität "Wiki") stets ein Lernende_r die Inhalte bearbeiten kann, können bei der zweiten Variante (GoogleDocs, Etherpad, Microsoft 365) mehrere Teilnehmer_innen gleichzeitig ein Dokument bearbeiten. Die dritte Variante stellen digitale Whiteboards dar (z.B.: Zoom Whiteboard, Miro, Mural, Conceptboard), mit denen Inhalte auf einer Pinnwand kollaborativ erarbeitet werden können.

  • Demo: Im Demo-Kurs TUWEL Einsatzszenarien können Sie ein Beispiel für ein Wiki und ein Etherpad selbst ausprobieren (Kurseinschreibung notwendig).
  • Anleitungen: Eine Anleitung für das TUWEL Wiki finden Sie unter diesem Link. Nähere Informationen zum TUWEL Etherpad erhalten Sie in dieser Anleitung.
  • Beispielhafter Screenshot: Hier sehen Sie einen exemplarischen Screenshot für ein TUWEL Etherpad (1) und ein TUWEL Wiki (2).

      (1)   Etherpad      

     (2)   Wiki 

3.  Studierendenordner in TUWEL

Was ist das? Der Studierendenordner ist eine Aktivität, die die kursweite Offenlegung der Studierendenabgaben ermöglicht und den Wissensaustausch unter den Kursteilnehmer_innen unterstützt. Mit dem Studierendenordner können studentische Abgaben im Kurs gesammelt und für andere Studierende sichtbar gemacht werden (z.B.: Musterlösungen, Good-Practice-Beispiele, Wissenstranfer...). Diese Aufgabenstellung erlaubt kein direktes Feedback bzw. eine Bewertung, kann jedoch in Kombination mit der TUWEL Aufgabe genutzt werden.

  • Demo: Einen beispielhaften Studierendenordner finden Sie im Kurs TUWEL Einsatzszenarien (Kurseinschreibung notwendig).
  • Anleitungen: In folgender Anleitung erhalten Sie Informationen zu den Einstellungsmöglichkeiten des Studierendenordners. Es wird auch gezeigt, wie man für die Veröffentlichung von Abgaben einer Aufgabe den Studierendenordner nutzen kann.
  • Beispielhafter Screenshot:

         

Anwendungshinweise und Stolpersteine

Empfehlungen für die Umsetzung von problembasiertem Lernen:

Phasen im PBLSchritte im Lernprozess

Zu Beginn

Die Studierenden werden zu Beginn mit einer authentischen Problemstellung konfrontiert. Neben einer Erklärung der Lehrmethode, sollten Sie auch bereits im Vorfeld die Schritte im Lernprozess (z.B. die "Siebensprung-Methode") und Ihre Erwartungen kommunizieren. Stellen Sie die Informationen entsprechend in TISS oder TUWEL bereit, damit die Studierenden im Bedarfsfall darauf zurückgreifen können.

Tipp: Gerade bei Studierenden in den ersten Semestern sollten unterstützende Maßnahmen in Hinblick auf die Teamarbeit erfolgen. Ein erstes Kennenlernen kann beispielsweise durch Vorstellungsrunden oder Ice-Breaker-Aktivitäten begleitet werden. Des Weiteren sollten Sie strukturierte Vorgaben machen, wie Sie sich die Zusammenarbeit im Team vorstellen. Bei Bedarf können innerhalb des Teams Rollen vergeben werden (z.B.: Moderator_in, Dokumentar_in, Kritische_r Beobachter_in), um die Studierenden zu einer strukturierten Vorgehensweise anzuleiten.

Während des Lernprozesses

Die Lernenden analysieren das Problem innerhalb der Gruppen und bauen ein gemeinsames Verständnis auf. Sie recherchieren und planen ihr weiteres Vorgehen selbstgesteuert. Dabei bilden Sie Hypothesen und geben Lösungsvorschläge, die sie erproben und gemeinsam bewerten. 

Tipp: Begleiten Sie diesen Prozess durch regelmäßige Coachingtermine oder Sprechstunden. Dazu können Sie beispielsweise auch die Videokonferenzsoftware Zoom in TUWEL nutzen. Mit der Terminplaner-Aktivität in TUWEL können Sie Termine mit Studierenden vereinbaren. Die Einstellungsmöglichkeiten des Terminplaners werden in folgender Anleitung beschrieben. Alternativ können Sie auch ein Forum in TUWEL bereitstellen, in dem sich die Teams untereinander austauschen und gegenseitig Feedback geben. Des Weiteren kann es auch für Fragen an Lehrende bzw. Tutor_innen genutzt werden. Mehr zu den Einstellungsmöglichkeiten des Forums erfahren Sie in dieser Anleitung. Tipps zur Nutzung des Forums sind in folgender Anleitung zusammengefasst.

Am Ende

Abschließend erfogt die Präsentation der Problemlösung. Das kann einerseits durch eine Präsentation im Plenum durchgeführt werden (vor Ort oder via Zoom), andererseits ist es auch möglich, dass Studierende im Rahmen eines kurzen selbstgedrehten Videos ihre Lösung vorstellen. Zudem sollte auch ein Reflexionsprozess angeregt werden, in dem das Vorgehen im Rahmen des Lernprozesses reflektiert wird.

Tipp: Nutzen Sie den Studierendenordner, damit die einzelnen Gruppen ihre Lösungen untereinander austauschen und vergleichen können. Studierende profitieren auch bei unterschiedlichen Problemstellungen vom Wissenstransfer.


Folgende Stolpersteine sollten Sie beachten

Die Besonderheit des problembasierten Lernens besteht darin, dass Wissen im Rahmen der Beschäftigung mit einem Problem selbstständig erarbeitet wird. Wenn vor der Arbeitsphase ein Vortrag stattfindet, bei dem die notwendigen Inhalte eingeführt werden, handelt es sich hierbei nicht um einen problembasierten Ansatz, sondern ein expositorisches Vorgehen

,bei dem Wissen vermittelt und anschließend angewendet wird.

Beobachten Sie, ob es zu Problemen bei der Teamarbeit kommt. Häufig kommt der sogenannte "Trittbrettfahrer-Effekt" vor, d.h. dass sich einzelne Teammitglieder nicht aktiv an der Gruppenarbeit beteiligen und andere Personen die Arbeit erledigen lassen. Es kann aber auch problematisch sein, wenn einzelne Personen die Gruppe dominieren oder es zu Konkurrenz zwischen den Gruppenmitglieder kommt. Reagieren Sie entsprechend durch begleitende Maßnahmen (Teambuilding-Aktivitäten, Dokumentation der erbrachten Leistung einzelner Teammitglieder). 

Beachten Sie, dass kollaboratives Lernen im Regelfall sehr zeitaufwändig ist und dass aktives Lernen manche Studierenden überfordern kann. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit, die Methode zu erklären und stellen Sie den Lernenden die Informationen im TUWEL-Kurs zur Verfügung. Schaffen Sie Strukturen durch klare Aufgabenstellungen, einen Zeitplan mit Meilensteinen und Hilfestellungen (Betreuung in Sprechstunden oder Foren, Materialien für die Problemlösung). 

Weiterführende Informationen

FH St. Pölten. (2018). Problembasiertes Lernen, Projektorientierung, forschendes Lernen & beyond Beiträge zum 7. Tag der Lehre an der FH St. Pölten am 18.10. 2018 (J. Weißenböck, W. Gruber, C. F. Freisleben-Teutscher & J. Haag, Hrsg.). Am 04.10.2023 abgerufen.

Kerres, M. (2018). Mediendidaktik: Konzeption und Entwicklung digitaler Lernangebote (5. Aufl.). Berlin ; Boston: De Gruyter Oldenbourg.

Kerres, M. (2021). Didaktik. Lernangebote gestalten. Münster ; New York: Waxmann.

Müller Werder, C. (2013). Problem-based Learning erfolgreich gestalten. In Hochschullehre variantenreich gestalten. Ansätze, Methoden und Beispiele rund um Kompetenzorientierung
(S. 50–77). Bern: Hep-Verlag
. Am 04.10.2023 abgerufen.



Beratung



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